Der Ursprung der Gewalt
Fabrice Humbert

CHF 32.00

Aus dem Französischen übersetzt von Claudia Marquardt.

Ausgezeichnet mit dem Prix Orange du livre 2009, dem Prix littéraire des Grandes Écoles 2010 sowie dem Prix Renaudot Poche 2010

Erscheinungstermin 14. März 2022

Nathan Fabre, ein junger Lehrer aus Paris, entdeckt während einer Klassenreise zum Konzentrationslager Buchenwald in einer Vitrine das Foto eines Häftlings, das ihn verwirrt: Der Mann sieht seinem Vater verblüffend ähnlich. Dieser jedoch wurde nie deportiert, auch sein Großvater nicht – wer ist der geheimnisvolle Fremde?
Zurück in Paris stellt Nathan Nachforschungen an und findet bald heraus, dass der Fremde auf dem Foto David Wagner heißt und in Wahrheit sein Großvater ist. Nach und nach setzt sich ein zweiter, bisher verborgener Zweig seiner Familie zusammen, die Wagners, die mit den Fabres durch Leidenschaft und Denunziation, Schuld und Verzeihen verwoben sind.
Auf einer Suche durch Frankreich und Deutschland, in seinem neuen Leben, das er mit einer jungen Deutschen teilt, die er gerade kennengelernt hat, erforscht Nathan die Geschichte der Großeltern, der Eltern und ebenso die eigene Identität: Wer zum Ursprung der Gewalt vordringt, trifft schließlich auch auf die eigene Gewalt.

Als Fabrice Humbert den Roman 2009 in Frankreich veröffentlichte, beglückwünschte kein Geringerer als Jorge Semprún den talentierten jungen Autor. »Der Ursprung der Gewalt« wurde zum Literaturereignis des Jahres, vielfach preisgekrönt und über 100 000 Mal verkauft. 2016 folgte die Verfilmung durch Élie Chouraqui mit Richard Berry und Lars Eidinger.

 

Artikelnummer: 978-3-906903-18-7 Kategorien: , ,
Pressestimmen:

»Die Mischung aus Familiengeschichte und unbezähmbarer Leidenschaft liest sich gut, Humbert ist ein im besten Sinne professioneller Erzähler. Zum herausragenden Prosastück wird das Buch jedoch durch den Versuch, die Hölle von Buchenwald zu beschreiben. (…) Wie elegant sich Humbert durch die Epochen des 20. Jahrhunderts und die Gegenwart bewegt, wie er Historie und aktuelle Beziehungsgeschichten zum Vater und zu seiner deutschen Geliebten schwerelos verbindet, das sichert ihm einen Platz in Frankreichs großer Romantradition. Humbert findet den Ton, um distanziert und doch nie kalt über die Shoah zu schreiben. Vor allem jedoch gelingt es ihm, hinter den Zahlen und historischen Fakten eine Ahnung davon zu geben, wie sich die Menschen gefühlt haben müssen, die in Buchenwald zu überleben versuchten.«

Thomas Linden, Kölnische Rundschau

 

»Ein Buch wie ein Faustschlag. Ergreifend. Beunruhigend. (…) Ein klarer, trockener, nüchterner Stil. Eine meisterhaft ausgearbeitete Handlung. Atemlose Spannung. Es ist alles da (…). Ein großes Werk.«

François Busnel, L‘Express

 

»Einen Roman über das Böse und die Shoah zu schreiben, ist gefährlich (…). Das Wunder dieses Romans besteht darin, dass der Autor das Gleichgewicht hält, ohne jemals den Blick zu senken. (…) Der Roman ist total, zugleich eine realistische Chronik, ein Bildungsroman und eine vielschichtige Erzählung, die mit akademischen, historischen, autobiografischen, mythologischen und poetischen Registern spielt. (…) ›Der Ursprung der Gewalt‹ schaut dem Bösen ins Auge.«

Nils C. Ahl, Le Monde

 

»Der Schriftsteller Fabrice Humbert verbindet in seinem preisgekrönten autobiografisch geprägten Roman auf beeindruckende Art und Weise französische mit deutscher Geschichte, Facetten seiner eigenen Familienhistorie mit Fiktion. (…)

Der Roman verbindet nicht nur eine eindrückliche Familien- und Sozialhistorie mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Humbert lässt den Helden immer wieder über Gewalt und das Böse sinnieren sowie die deutsche Aufarbeitung und Erinnerungskultur kommentieren. (…)
›Der Ursprung der Gewalt‹ ist ein tiefgründiger beklemmender Roman, der bestürzt und berührt angesichts der maßlosen Grausamkeit und Menschenverachtung der Nationalsozialisten, der aber auch zeigt, welche schmerzlichen Folgen Traumata der Gewalt und das anschließende Schweigen der Zeitzeugen für spätere Generationen bedeutet.
Ein meisterhaftes Buch, das auch Eingang in den Unterricht finden sollte und so viele Leser wie möglich verdient.«

Constanze Matthes, Zeichen und Zeiten

Zusätzliche Information

Version

Gebunden, Lesebändchen, Schutzumschlag

Format

15.5 x 22.3

Seiten

368